
Hinsichtlich eines 54 Jahre alten Mannes, der aus seiner am Zionskirchplatz in Berlin-Mitte gelegenen Wohnung Pfeile auf einen Passanten geschossen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Berlin nun ein Sicherungsverfahren vor dem Landgericht Berlin I beantragt. Da Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Mann wegen einer schweren psychischen Erkrankung schuldunfähig sein könnte, soll so seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus erreicht werden. Tatvorwurf ist eine Bedrohung in Tateinheit mit Nötigung.
Am Vormittag des 18. Dezember 2024 soll der Beschuldigte zunächst aus seiner Wohnung im 4. Obergeschoss laut über den Zionskirchplatz „Ihr seid von der Mafia, ich werde euch alle umbringen!“ gerufen und einem auf einer Bank mit dem Rücken zum Beschuldigten sitzenden Zeugen angedroht haben, ihn durch Erschießen mit Pfeil und Bogen zu töten. Tatsächlich soll er dann auch einen ersten Pfeil in Richtung des Zeugen geschossen haben – was dieser jedoch nicht bemerkte.
Anschließend soll der Beschuldigte dem Zeugen einen erneuten Schuss für den Fall, dass dieser nicht verschwinde, angedroht haben. Der Zeuge brachte sich nun hinter einem Baum in Sicherheit. Ein weiterer, 87 Zentimeter langer Pfeil traf daher auch nur in einer Höhe von drei bis vier Metern gegen diesen Baum und fiel zu Boden.
Aufgrund einer krankheitsbedingten akuten Psychose soll der Beschuldigte in dem Zeugen ein vermeintliches Mitglied der „Mafia“ gesehen, haben, das ihn belagere und bedrohe. Er wurde noch am selben Tag vorläufig festgenommen und ist seit dem 19. Dezember 2024 vorläufig im Krankenhaus des Maßregelvollzugs untergebracht.
Staatsanwaltschaft Berlin, 02.04.2025